FAMILIE - GESELLSCHAFT


19F1578

Portugiesische Gegenwartsliteratur aufklappen

Mi., 20.02. | 18:30 - 20:00 Uhr | 48,00 €

fbs, Sattlergasse 6, Ulm, 31 Seminarraum, 3. Stock

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Portugiesische Gegenwartsliteratur

6 x Mi., 20.2., 13.3., 3.4., 8.5., 29.5. + 26.6., 18.30 - 20.00 Uhr
Portugal konnte im Mai 2014 nach einem unter dem Stempel der Troika aufgedrückten Sanierungsprogramm den sogenannten Rettungsschirm wieder verlassen. Trotz der inzwischen propagierten verhaltenen wirtschaftlichen Erfolgsprognosen lebt jeder vierte Einwohner "nach der Rettung" an der Armutsgrenze. Nur 50% der Portugiesen hat Arbeit, eine halbe Million war während der bedrückenden Krisenjahre zur Auswanderung gezwungen. Die meisten neuen Arbeitsverträge orientieren sich an einem Mindestlohn unter € 600. Durch den erzwungenen Sparkurs wurden viele notwendigen Investitionen in den Bereichen Bildung und Gesundheit nicht getätigt. Das Gesundheitswesen ist am Zusammenbrechen und viele portugiesische Kleinunternehmen sind Selfmadepersonen mit geringer Schulbildung. Unter der Salazar-Diktatur sollte das Volk nur marginal lesen, rechnen und den Namen schreiben lernen, denn wie ein damaliger Bildungsminister räsonierte: Wissen schafft viel Unglück! Bei der Nelkenrevolution waren noch ein Drittel der Bevölkerung Analphabeten. Seit 2006 versuchten über eine Million Erwachsener mit dem Programm "Novas Oportunidades" die Sekundarstufe nachzuholen. Errungenschaften, die blindlings weggespart worden sind, während simultan wild privatisiert wurde und die Abstände zwischen den Eurostaaten sich immer weiter vergrößerten. Wir wollen an 6 Abenden in 3-wöchigem Turnus anhand ausgewählter Texte die Sichtweise portugiesischer GegenwartsautorInnen auf ihre Landsleute, die strukturellen Probleme Portugals resp. der EU sowie die (Selbst-)Auseinandersetzung mit der Positionierung als Schriftstellerin erkunden. Beginnen wollen wir mit Lidia Jorge: Milene, Suhrkamp Verlag.
  • Leitung: Herrlinger-Mebus, Volker

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